Folge 21: Too old to change? Veränderungskompetenz im Alter
Shownotes
Weiterführende Informationen und Untertitel gibt es auf:
https://www.euro-fh.de/podcast-psychknowledge/
https://4-cl.net/
Transkript anzeigen
00:00:04: Hallo und herzlich willkommen
00:00:05: zu einer neuen Folge von PsychKnowledge, dem Psychology-Lernpodcast der Euro-FH.
00:00:10: Mein Name ist Franziska Czens
00:00:12: und ich bin Soldatin bei der Bundeswehr und Tutorin an der Euro-FH.
00:00:16: Ich freu mich heute mal wieder auf einen Gast, der nicht nur eine spannende
00:00:19: Thesis mitgebracht hat, sondern vor allen Dingen
00:00:21: ganz, ganz viele berufliche Erfahrungen auch hat.
00:00:24: Die mit dem Thema verknüpft sind,
00:00:25: also optimal Theorie und Praxis miteinander in Bezug bringen kann.
00:00:29: Janette Hoschke hat nämlich über 17 Jahre Berufserfahrung,
00:00:32: war zuletzt Teil der Geschäftsleitung einer Hamburger Agentur
00:00:35: und hat sich auf Leadership, Change Management und HR spezialisiert.
00:00:39: Seit einem Jahr ist sie als Organisationsberaterin
00:00:41: und Interimmanagerin tätig und ist auch Tutorin an der Euro-FH.
00:00:46: In der heutigen Folge spreche ich mit ihr über ein hoch aktuelles Thema,
00:00:50: nämlich Veränderungskompetenz und im Speziellen über Altersunterschiede
00:00:54: in der Veränderungskompetenz,
00:00:56: und zwar von Mitarbeitenden, aber auch über die Bedeutung von Führung.
00:00:59: Das hat sie nämlich in ihrer Master Thesis untersucht.
00:01:01: Hallo Janette.
00:01:02: Schön, dass du heute da bist.
00:01:03: Hallo, Ich danke euch, dass ich hier sein darf.
00:01:05: Ich finde es ganz toll, dass ich über die Thesis sprechen kann und freue mich sehr.
00:01:10: Dann lass uns doch,
00:01:12: bevor wir in die Thesis einsteigen, mal ein bisschen schauen.
00:01:14: Du hast ja wirklich einen spannenden beruflichen Werdegang.
00:01:16: Ich habe es gerade angerissen.
00:01:18: Was hat dich denn aber nach all den Jahren
00:01:19: der Praxis motiviert, tatsächlich noch mal Wirtschaftspsychologie zu studieren?
00:01:23: Ja, tatsächlich ist es ein grundsätzliches Interesse,
00:01:26: was ich schon über viele Jahre irgendwie hegte.
00:01:28: Also Wirtschaftspsychologie.
00:01:29: Neue Themen interessieren mich sehr und ich bin in meiner beruflichen Laufbahn
00:01:34: recht frühzeitig mit dem Thema Führung in Kontakt gekommen und habe
00:01:38: als Team die dann Mitarbeitende geführt und ohne irgendwie
00:01:42: auch zu wissen, was für Konzepte oder Theorien so dahinter stecken.
00:01:46: Und ich war halt auch immer zuständig für das Thema Organisationsentwicklung
00:01:50: und Change Management und hatte auch festgestellt,
00:01:53: dass Menschen unterschiedlich auf ein Change Vorhaben reagieren.
00:01:58: Und mich hat einfach wahnsinnig interessiert, was Wirtschaftspsychologie
00:02:02: dahinter steckt.
00:02:03: Und dann kam irgendwann Corona und wir als Agentur.
00:02:07: Wir waren auch betroffen von der von den Lockdown und ich hatte dann ja,
00:02:11: ich hatte noch ein bisschen Zeit und dann dachte ich
00:02:12: okay, wann, wenn nicht jetzt und hab das Studium angefangen.
00:02:16: Wir haben dann relativ schnell auch wieder unsere Arbeit aufnehmen können.
00:02:19: In der Agentur.
00:02:20: Ich habe das Studium dann aber berufsbegleitend gemacht,
00:02:23: weil ich wirklich festgestellt habe, dass ich viele Erkenntnisse aus den Theorien
00:02:29: mitnehmen kann.
00:02:30: So für meine Praxis. Und ja.
00:02:33: Und grundsätzlich bin ich einfach irgendwie
00:02:34: ein Typ, der großer Fan ist vom Konzept des lebenslangen Lernens.
00:02:37: Und deswegen habe ich das gemacht und meine mittleren Alter.
00:02:41: Sehr gut, sehr gut.
00:02:43: Jetzt hast du schon gerade ein bisschen angerissen, was du beruflich gemacht hast,
00:02:45: nämlich auch viel.
00:02:46: Mit Change Management und der Führung
00:02:48: gab es aber einen ganz konkreten Auslöser für dein Thesis Thema.
00:02:52: Da möchte ich noch mal reinhören.
00:02:53: Wir haben ganz konkreten Auslöser jetzt nicht, eher so die gesammelten
00:02:57: Beobachtungen über die Jahre und natürlich auch das, was man als Unternehmen
00:03:03: und als als Führungskraft und als Manager in aktuell erlebt, ist ja
00:03:07: das Unternehmen großen Herausforderungen immer gegenüberstehen, sich anzupassen.
00:03:12: Also es gibt eigentlich andauernd irgendwie ein Thema,
00:03:15: sich wandeln zu müssen.
00:03:16: Also es gibt einen ständigen Veränderungsdruck und deshalb rückte so
00:03:20: für mich auch dieses Konzept der Veränderungskompetenz von Mitarbeitenden.
00:03:25: Und was befähigt eigentlich Leute an Changevorhaben auch mitzutragen?
00:03:30: Und wie kann ich als Unternehmen dann quasi auch agil reagieren
00:03:34: und mich auf Veränderungen einstellen und Sie sie quasi ja nicht nur
00:03:39: antizipieren passiv, sondern halt auch aktiv gestalten?
00:03:42: Und das.
00:03:43: Das hat mich eigentlich am zu diesem Thema so bewogen.
00:03:46: Also dieses persönliche Interesse und auch die
00:03:49: Rolle und Bedeutung, die eine Führungskraft halt einnehmen kann,
00:03:53: wenn es darum geht, Changevorhaben in einem Unternehmen zu zu moderieren.
00:03:57: Und was ja auch schon Einfluss auf die Mitarbeitenden haben kann.
00:04:01: Jetzt hast du ja aber dich ganz konkret auch
00:04:04: mit der Veränderungskompetenz in Abhängigkeit von Altersunterschieden
00:04:07: befasst, was natürlich immer auch noch mal ein mega spannendes Thema ist.
00:04:11: Aber bevor wir jetzt noch mal tiefer einsteigen,
00:04:14: kommst du natürlich nicht drumherum, das Wort auch mal zu definieren.
00:04:17: Was verstehst du denn?
00:04:18: Oder was versteht man in der Psychologie unter Veränderungskompetenz?
00:04:21: Ja, also es gibt, wenn man in die Literatur guckt,
00:04:24: ganz unterschiedliche Definitionen von Veränderungskompetenz.
00:04:28: Ich habe dann für meine Thesis und für meine Forschungsarbeit
00:04:32: Veränderungskompetenz definiert als die Fähigkeit, auf wechselnde
00:04:36: Anforderungen im Arbeitsfeld Arbeitsumfeld flexibel zu reagieren
00:04:40: und hab halt ganz besonders drei Dimensionen
00:04:44: damit in die Definition von Veränderungskompetenz einbezogen.
00:04:48: Und zwar zum einen die Veränderungsbereitschaft einer Person,
00:04:51: zum Zweiten die Veränderungsfähigkeit und aber auch
00:04:55: das veränderungsbezogene Wissen bzw vielmehr
00:04:57: die Erfahrung, die eine Person schon mit einem Veränderung gemacht hat.
00:05:01: Und da geht es dann um die eigenen
00:05:04: Erfolge, die man vielleicht sogar schon mit zehn Vorhaben gemacht hat.
00:05:07: Oder aber auch Misserfolge.
00:05:09: Also wenn mal etwas nicht funktioniert hat, dann prägt das natürlich auch
00:05:12: mein veränderungsbezogenes Wissen und ist Teil quasi meiner Veränderungskompetenz.
00:05:17: Und die anderen zwei Sachen Veränderung sbereitschaft und Veränderungsfähigkeit
00:05:22: ist eines natürlich wie das wollen wir?
00:05:25: Wie offen bin ich, Veränderung mitzutragen?
00:05:27: Wichtiger Punkt.
00:05:28: Ja, bin ich eher widerständig?
00:05:30: Das ist ja das, was
00:05:31: was glaube ich für Führungskräfte so mit an herausfordernd ist.
00:05:34: Wann hat diese Widerstände die, die man im Team merkt,
00:05:37: wenn Veränderungen anstehen, egal welche Veränderung, die zu moderieren
00:05:41: und die zu überwinden und auch zu einer.
00:05:43: Anzuerkennen, dass es einfach Ängste gibt bei Personen,
00:05:46: die an die man als Führungskraft halt aufnehmen muss
00:05:49: und dann halt guckt, wie man sie gemeinsam am besten
00:05:52: überwindet.
00:05:53: Und das ist halt auch das, was dann noch auf die Veränderungsfähigkeit mit
00:05:57: mit Einschwören zahlt. So ne.
00:05:59: Also wenn ich nicht fähig bin, den Changevorhaben auch zu bewältigen,
00:06:03: als Mitarbeiter da oder überhaupt als Person,
00:06:07: dann habe ich natürlich noch mehr Angst und dann ist meine
00:06:09: Veränderungsbereitschaft noch geringer.
00:06:10: Das heißt, ich sollte auch gucken oder im Auge behalten,
00:06:14: dass ich am meine meine Leute, mein Team, meine Mitarbeitenden,
00:06:18: dass ich die halt auch ins Können bringe, dass sie die Instrumente haben,
00:06:22: Vorhaben auch zu bewältigen.
00:06:24: Okay, jetzt
00:06:24: haben wir quasi schon einen wichtigen anderen Punkt angesprochen, nämlich
00:06:28: ähm, ja, als Vorgesetzter hat man da eine besondere Aufgabe.
00:06:32: Natürlich auch.
00:06:33: Und du hast dir aber auch noch mal die verschiedenen Führungsstile natürlich
00:06:36: angeschaut und sagen okay,
00:06:37: es hat Macht eben den Unterschied, wie jemand geführt wird.
00:06:41: Und besonders interessant fand ich in dem Zusammenhang, dass du
00:06:44: den transformationalen Führungsstil sozusagen
00:06:46: als Schlüssel zur Veränderungskompetenz identifiziert hast.
00:06:50: Kannst du noch mal ganz kurz erklären, was genau diesen Führungsstil ausmacht
00:06:54: und warum er im Zusammenhang mit Veränderungskompetenz so wichtig ist?
00:06:57: Ja, gerne.
00:06:58: Also an transformationaler Führung oder
00:07:01: transformationale Führung am Führungsstil.
00:07:04: Der von Bassam 1985 über ein bisschen unnützes Wissen
00:07:09: einige Schritt das erste Mal beschrieben wird.
00:07:11: Und eigentlich bezieht er auf vier Kernelemente
00:07:14: Es gibt so viele Kernbereiche, auf die er abzielt.
00:07:16: Zum einen, dass man als Führungskraft eine Vorbildfunktion innehat,
00:07:20: dass man halt glaubwürdig ist und Vertrauen schafft im Team.
00:07:23: Und die Werte, die man von seinen Teammitgliedern
00:07:26: und Mitarbeitenden oder von seinem Umfeld irgendwie erwartet,
00:07:28: dass man sie selber auch lebt, konsistent lebt.
00:07:31: Und zum anderen ist es ein Kernelement, die inspirierende Motivation.
00:07:35: Also es geht dann darum, eine klare Vision zu vermitteln,
00:07:38: Zukunftsszenarien zu vermitteln und die ganzen
00:07:40: auch das Ganze auch positiv aufzuladen.
00:07:42: Das schafft nämlich
00:07:43: eine Begeisterungsfähigkeit und auch Motivation bei Mitarbeitenden.
00:07:47: Das andere wiederum ist,
00:07:49: dass man als Führungskraft das Thema geistige Anregung im Kopf behält.
00:07:52: Also die Mitarbeitenden und Teams halt auch wirklich teilhaben
00:07:56: lässt an Kreativität und auch kritisches Denken fördert.
00:07:59: Dann, Das ist auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
00:08:02: Und dann gehört die individuelle Förderung
00:08:05: noch als letztes Kernelement quasi zum transformationalen Führungsstil.
00:08:09: Was halt bedeutet, dass man halt schon nach dem,
00:08:12: was man hat, schaut.
00:08:13: Was habe ich davon? Mitarbeitenden vor mir?
00:08:14: Wo steht er, Wie qualifiziert ist er in bestimmten Bereichen schon?
00:08:17: Wo sind vielleicht noch Themen, die man gemeinsam entwickeln kann
00:08:20: und da halt wirklich individuell drauf eingeht?
00:08:24: Genau das sind so die Kernelemente und es hat sich halt erwiesen,
00:08:29: dass transformationale Führung also es gibt viele Studien dazu,
00:08:32: was die halt auf kreatives Denken, auf innovatives Denken.
00:08:36: Dass das einen positiven Effekt hat, dieser dieser Führungsstil
00:08:40: und deswegen halt auch für die Entwicklung von Veränderungskompetenz.
00:08:44: Ja, dachte ich einen großen Beitrag leisten wird können.
00:08:48: Und das dachtest du nicht nur, das hast du wahrscheinlich auch richtig
00:08:51: herausgehört.
00:08:52: Du gehst jetzt genau wissenschaftlich dahin.
00:08:56: Sondiert, abgeleitet.
00:08:57: Genau das hab ich tatsächlich nicht nur gefühlt und gedacht,
00:09:01: sondern empirisch dann auch durch meine Daten
00:09:05: herleiten und nachweisen können, dass es da wirklich eine hohe Korrelation
00:09:08: zwischen dem transformationalen
00:09:10: Führungsstil und der Veränderungskompetenz von Mitarbeitenden gibt.
00:09:13: Korrekt. Hervorragend.
00:09:15: Du hast noch
00:09:15: zwei andere spannende Aspekte in deiner Thesis untersucht,
00:09:19: die ich gerne mal zusammenfassen würde, nämlich einmal Führung zur Selbstführung.
00:09:24: Du hast gerade schon gesagt, wenn man als Vorgesetzter transformational führt,
00:09:27: dann muss man eben auch selber ein gutes Vorbild sein.
00:09:30: Das ist ja einer der wichtigen Punkte.
00:09:32: Und der zweite Punkt, den du auch noch mal angeschaut
00:09:35: hast, ist die psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz.
00:09:38: Kannst du für beide Aspekte auch noch mal kurz beschreiben,
00:09:41: wie die sich auf Veränderungsprozesse auswirken?
00:09:43: Ja, gerne.
00:09:44: Also Führung zur Selbstführung am Essen,
00:09:47: Führungsstil, der den Fokus aufs Empowerment legt.
00:09:50: Er der Mitarbeitenden.
00:09:52: Es geht auch ganz klar
00:09:52: darum Wissen zu teilen, als Führungskraft mit seinen Mitarbeitenden und Freiräume
00:09:57: zu schaffen, damit halt Selbstwirksamkeit stattfindet und das Es halten
00:10:01: Führungsstil, der die Wirkung von transformationaler
00:10:05: Führung auf die Veränderungskompetenz noch mal verstärkt.
00:10:08: Das heißt, wenn ich als Führungskraft transformational führe,
00:10:12: fördere ich ja schon
00:10:13: die Veränderungskompetenz, die mich dazu dann aber noch einen hohen
00:10:16: Anteil Führung zur Selbstführung Implementierung in meinem.
00:10:20: In meinem Führungsstil wirkt sich das positiv
00:10:22: auf die Veränderungskompetenz von Mitarbeitenden aus.
00:10:26: Und der andere Aspekt psychologische Sicherheit.
00:10:29: Das ist ein Konzept, was bedeutet, dass Organisationsmitglieder,
00:10:32: also mitarbeitende Teammitglieder oder behaupten
00:10:35: am Zugehöriger eines Unternehmens,
00:10:37: dass sie sich wohlfühlen im Unternehmen und dass die ohne Vorbehalte sich
00:10:41: frei äußern können.
00:10:42: Es gibt also quasi geschützten Raum,
00:10:45: in dem ich Ideen äußern kann, in dem ich Kritik äußern kann,
00:10:49: indem ich Feedback geben kann, was halt alle grundsätzlich dann ermutigt,
00:10:54: weil man halt weiß, ich bin in einem Raum, wo das
00:10:56: und das gestattet ist und wo man das offen aufnimmt,
00:10:59: dass ich halt meine, meine Gedanken auch immer teile.
00:11:01: Und dieses Gefühl
00:11:02: von Vertrauen und Freiheit oder Angst vor negativen Konsequenzen fördert
00:11:07: halt auch Kreativität und Innovation und auch die Lernbereitschaft im Unternehmen.
00:11:11: Das sind ja alles Punkte, die innerhalb der von Change Vorhaben
00:11:16: und Veränderungssituation auch relevante Punkte sind.
00:11:21: Also im Grunde, um es mal jetzt in einem Satz zusammenzufassen
00:11:24: Umso sicherer ich mich fühle, dass ich mich mit meinen Ideen frei äußern kann
00:11:28: und umso mehr Kompetenz ich auch habe, mich selbst zu führen,
00:11:32: umso mehr Veränderungskompetenz habe ich auch.
00:11:34: Ja, das hast du wunderbar zusammengefasst.
00:11:36: Genauso prima.
00:11:38: Dann lass uns jetzt einfach mal auf das Thema Altersunterschiede schauen.
00:11:42: Das finde ich nämlich noch mal besonders spannend, weil man ja
00:11:45: ich glaube gewisse Vorurteile darüber hat, ob jüngere
00:11:47: oder ältere Menschen eine bessere Vollkompetenz haben.
00:11:51: Jetzt bin ich total gespannt,
00:11:52: was du dazu rausgefunden hast und natürlich auch in Bezug auf Führung.
00:11:56: Welche Rolle spielt die dabei?
00:11:57: Hm, ja,
00:11:58: also war für mich auch ein total spannendes Thema, weil ich
00:12:01: aus dem Bereich Generation Management aber wahnsinnig spannend und es grundsätzlich
00:12:07: ähnlich wie du auch empfinde, dass es wahnsinnig viele Stereotype abgibt
00:12:10: gegenüber älteren Mitarbeitenden und man da so ein Schubladendenken hat.
00:12:15: Und es ist tatsächlich auch so, dass ich in der Literatur
00:12:18: recht gegensätzliche Aussagen gefunden habe
00:12:20: zum Zusammenhang des Alters und der Veränderungskompetenz.
00:12:24: Zum einen sagt man halt, die Veränderungsbereitschaft
00:12:26: nimmt im Alter ab.
00:12:28: Das das ist so das was, was man tatsächlich irgendwie
00:12:30: auch finden kann in der Literatur.
00:12:32: Auf der anderen Seite,
00:12:33: wie wir vorhin aber gehört haben, setzt sich ja Veränderungskompetenz auch
00:12:37: aus den Erfahrungen, die ich gemacht habe, als Change Erfahrung zusammen.
00:12:40: Und je mehr Erfahrung ich gemacht habe,
00:12:42: desto besser dann eigentlich wieder für meine Veränderungskompetenz.
00:12:45: Klingt so ein bisschen
00:12:47: hebt sich das vielleicht so ein bisschen auf, möchte ich mal sagen.
00:12:49: Ja, und dann gibt es auch tatsächlich gar keine Nachweise, dass jüngere.
00:12:54: Also es gibt in der Literatur keine Nachweise, dass jüngere Mitarbeitende
00:12:57: eine höhere Veränderungsbereitschaft haben als ältere gibt.
00:13:01: Es gibt dann aber auch Betrachtungen, wenn es um die Motivation von älteren
00:13:05: und jüngeren Mitarbeitenden gibt, wo man halt schon eine Unterscheidung
00:13:08: auch findet.
00:13:09: Jüngere Mitarbeitende haben zum Beispiel
00:13:12: eine stärkere Orientierung an Karriere und Innovation.
00:13:15: Ältere Mitarbeitende tun sich vielleicht ein bisschen schwer, was
00:13:18: an der Umgang mit neuen Technologien, was den Umgang damit angeht.
00:13:22: Das ist ja das, woran. Ich sofort denke.
00:13:24: Na ja,
00:13:25: es ist auch
00:13:25: immer noch alles ausgedruckt haben will und sagt
00:13:27: Bitte arbeitet doch im Überarbeitung Grunde.
00:13:30: Und das sind so die Kleinigkeiten.
00:13:32: Genau das ist auch das, was sehr wichtig ist.
00:13:34: Man muss ja auch, wenn man etwas Neues machen möchte,
00:13:38: man muss alte Verhaltensweisen sich auch abtrainieren und ablehnen.
00:13:41: Also das müsste dein Chef,
00:13:42: dann müsste sich quasi das abtrainieren, dass er das hat, um was Neues zuzulassen.
00:13:46: Und das ist so
00:13:46: die große Herausforderung, auch an alle Leute und alle Mitarbeitenden
00:13:51: auch mitzunehmen. So
00:13:53: und nur mal kurz im Alter zurückzukommen.
00:13:55: Ein Punkt, den ich noch ergänzen möchte bei älteren Mitarbeitenden ist halt auch
00:13:58: die unterschiedlichen Motivationen, die sie im Vergleich zu Jüngeren haben.
00:14:03: Also sie legenheit, mehr Wert auf Sinnhaftigkeit
00:14:06: in ihrer Arbeit.
00:14:07: Und das sind halt Punkte, die Führungskräfte schon grundsätzlich
00:14:13: unterschiedlich ansprechen können bei ihren mitarbeitenden Gruppen.
00:14:17: Genau.
00:14:18: Und da kann man als Führungskraft, wenn man es halt weiß, dass es da so
00:14:21: motivationale Unterschiede gibt, kann man da halt schon auch ansetzen
00:14:25: und das unterstützen, was.
00:14:28: Und jetzt würde ich behaupten oder vermuten aus dem,
00:14:31: was du schon nicht nur gesagt, sondern auch erforscht hast, dass ja
00:14:35: die transformationale Führung oder eben Vorgesetzte, die so führen.
00:14:40: Ja natürlich, da ich sage mal besser aufgestellt sind,
00:14:43: hast du so ein paar Beispiele von Führungspraktiken.
00:14:47: Also was bedeutet es dann in der Praxis, wenn man jetzt mit Älteren
00:14:51: oder Jüngeren umgeht?
00:14:53: Ja, wie
00:14:53: man, wie man die sozusagen in ihrer Veränderungskompetenz begleitet.
00:14:57: Ich starte mal bei dem Ergebnis der These, es
00:15:00: Ich habe herausgefunden, dass
00:15:03: es keine unterschiedlichen, dass es keines unterschiedlichen Führungsstil bedarf an
00:15:07: für die unterschiedlichen Altersgruppen, das heißt, man kann gleichermaßen
00:15:12: für junge Mitarbeitende als auch für ältere Mitarbeitende
00:15:16: den transformationalen Führungsstil anwenden.
00:15:20: Man sollte halt Vorbild sein, mit zuversichtliche Haltung ausstrahlen,
00:15:24: Glaubwürdigkeit schaffen und positive Veränderung serfahrung schaffen.
00:15:29: Und das ist halt
00:15:30: eine ganz wichtige Erkenntnis, weil ich glaube, dass.
00:15:32: Also natürlich gibt es unterschiedliche motivationale Bedürfnisse
00:15:36: bei den Altersgruppen, aber in Bezug auf die Veränderungskompetenz
00:15:39: kann man halt als Führungskraft wirklich den konsistenten Führungsstil
00:15:43: anwenden, der beide Altersgruppen oder die unterschiedlichen Altersgruppen
00:15:47: also wirklich gleichermaßen begünstigt und
00:15:51: das fand ich halt schon eine sehr,
00:15:54: ja eine sehr wertvolle Erkenntnis, so für die Praxis.
00:15:57: Auf jeden. Fall.
00:15:58: Weil man halt an der Stelle ja dann jetzt genau keine Unterschiede mehr
00:16:03: wirklich so bedenken muss.
00:16:04: An da gibt es vielleicht andere Alters am Unterschied oder Alters Themen,
00:16:08: die man als Führungskraft mehr im Blick haben sollte,
00:16:10: aber bei der Veränderungskompetenz am Kommen
00:16:12: im konsistenten Führungsstil anwenden.
00:16:14: Also viel Transformation als Führung, viel Führung zur Selbstführung.
00:16:17: Und es wirkt sich gleichermaßen auf die Veränderungskompetenz von
00:16:20: Mitarbeitenden aus.
00:16:22: Sehr gut, das ist schon mal eine gute Nachricht.
00:16:25: Und jetzt magister ich aber noch mal deine Ergebnisse ein bisschen
00:16:28: genauer reingucken, Weil häufig ist es ja so, dass man mit einer Theorie reingeht.
00:16:32: Das hast du ja vorher auch schon gesagt, dass du Überlegungen angestellt hast.
00:16:36: Gab es aber in deiner ganzen Forschung
00:16:37: auch Dinge, die dich irgendwie überrascht haben?
00:16:39: Oder Aspekte, bei denen du sagst
00:16:41: Das habe ich jetzt verstanden,
00:16:43: Aber da sollte auf jeden Fall noch weiter geforscht werden zu.
00:16:46: Ja, auf jeden Fall.
00:16:48: Also wir haben jetzt vorhin drüber gesprochen als psychologische
00:16:51: Sicherheit am Grundsätzlichen an, wenn man so einen sicheren Raum schafft
00:16:55: und für Mitarbeitende, dass
00:16:56: er sich positiv auf innovatives Denken und dergleichen auswirkt, an
00:17:00: was sich festgestellt habe, ist allerdings,
00:17:02: dass psychologische Sicherheit kein Moderationseffekt auf die Beziehung
00:17:07: zwischen transformationaler Führung und der Veränderungskompetenz hat.
00:17:10: Und das hat mich doch überrascht, weil ich hätte aufgrund der
00:17:14: Literaturprüfung und
00:17:17: den Ergebnissen, die ich aus anderen Studien zusammengetragen
00:17:19: hatte, schon erwartet, dass psychologische Sicherheit auch die
00:17:23: Beziehung zwischen transformationaler Führung und Veränderungskompetenz stärkt.
00:17:27: Hat es aber nicht.
00:17:28: Und ich glaube, meine Vermutung ist, dass sie eher Mediator Effekt
00:17:32: dahinter stecken.
00:17:32: Und das habe ich tatsächlich allerdings nicht untersucht
00:17:36: oder nicht mehr untersucht.
00:17:37: Und ähm, das würde mich wahnsinnig interessieren, ob sich das bestätigt.
00:17:40: Also ich gehe stark davon aus, aber das wäre halt.
00:17:43: Das war halt ein Punkt,
00:17:45: den ich persönlich sehr spannend finde, ähm ja weiterzuführen.
00:17:50: Und der andere Punkt ist, ich habe mich ja auch viel,
00:17:54: also im Zusammenhang mit der Thesis, mit dem Thema Alter und Methoden beschäftigt.
00:17:58: Und ich habe jetzt ganz klar ja nach Altersgruppen meine Forschungen angefangen
00:18:03: und ich bin über einen Aspekt in der Literatur gestoßen.
00:18:06: Da geht es eher darum oder wurde eine Anregung getätigt,
00:18:09: dass man vielleicht an Altersforschung nicht an dem Zahlen Alter vornimmt?
00:18:13: Nenne ich jetzt mal so, sondern eher an dem gefühlten Alter der Personen.
00:18:16: Wichtiger Punkt.
00:18:17: Ja, das fand ich total spannend und dachte so Hm,
00:18:21: das müsste man eigentlich auch noch mal irgendwie verfolgen und nicht nur das
00:18:25: reine Alter abfragen, sondern das gefühlte Alter der Person. Ja.
00:18:29: Also die zwei Sachen würde ich, wenn sich da jemand das Leben nehmen könnte.
00:18:33: Das wäre schon.
00:18:35: Ja ein Aufruf an dieser Stelle.
00:18:37: Genau 50 ist das neue 30 und das könnte man untersuchen.
00:18:40: Der möge sich gerne bei uns melden.
00:18:43: Ja, super, gerne.
00:18:45: Jetzt hast du schon einen sozusagen ich sag mal konkreten Tipp gegeben,
00:18:49: nämlich zu sagen Mensch im Sinne von Veränderungskompetenz.
00:18:52: Da ist transformationale Führung das, was am allerbesten ist.
00:18:55: Und man muss auch gar nicht zwischen den Altersgruppen da unterscheiden.
00:18:58: Man nimmt alle gleichermaßen mit.
00:19:00: Was kannst du dann aber noch für Praxistipps
00:19:03: für Führungskräfte ja, hier weitergeben,
00:19:06: die die Veränderungskompetenz im Team einfach fördern können.
00:19:10: Hm, also
00:19:12: ich bin ein großer Freund von dem Konzept Führung zur Selbstführung
00:19:18: und wirklich zu dem Thema Wissen zu teilen.
00:19:21: Am. Freiräume zu schaffen, um Mitarbeitende zu motivieren,
00:19:26: selbstständig Entscheidungen zu treffen und auch Verantwortung zu übernehmen.
00:19:30: Also das ist jetzt so eine persönliche.
00:19:32: Also ich mochte
00:19:34: das immer so in der Zusammenarbeit und fand das auch immer schön irgendwie,
00:19:38: wenn ich selber partizipieren konnte
00:19:40: vom Wissen anderer und ich auch es weitergeben konnte.
00:19:43: Ich glaube, das ist immer sehr zuträglich an für Teamergebnisse und überhaupt so
00:19:48: die Stimmung in der Zusammenarbeit.
00:19:50: Auf jeden Fall. Ja.
00:19:53: Hast du denn konkret aus der These das ist ja auch immer noch mal
00:19:55: spannend auch etwas mitnehmen können für deine eigene Praxis.
00:19:59: Also hast du sozusagen die ja selber auch noch mal was beigebracht, an der Stelle.
00:20:03: Hm, ähm, ja,
00:20:06: wenn man so tief einsteigt in bestimmte Konzepte,
00:20:09: nimmt man ja immer für sich und bisschen was mit.
00:20:11: Also mich hat es in einigen Punkten einfach nochmal bestärkt,
00:20:14: einen bestimmten Führungsstil auch anzuwenden und weiter zu verfolgen.
00:20:18: Es gibt ja da doch auch unterschiedliche Blickwinkel und Meinungen.
00:20:23: Äh, Stichwort autoritärer Führungsstil oder
00:20:26: transaktionaler Führungsstil, die dann
00:20:29: ja ein bisschen anders
00:20:31: ausgestaltet sind.
00:20:32: Es kommt natürlich auch immer ein bisschen
00:20:34: auf die Aufgabe an, die man miteinander bewältigt.
00:20:36: Ich komme jetzt aus der Agenturbranche und da geht es häufig um kreative Prozesse
00:20:41: und um das Gestalten von Prozessen und dann Strukturen und, ähm,
00:20:46: da hat mich eigentlich
00:20:47: wie gesagt nur bestärkt, diese Führungsstile weiter so anzuwenden.
00:20:51: Ja, bei mir im Arbeitsumfeld ist es manchmal ganz gut, autoritär zu führen,
00:20:55: aber das. Ist ja, das meine ich.
00:20:56: Es kommt auch noch ein bisschen auf die Aufgabe drauf an und auch total
00:21:00: auf das Thema. Bin ich total bei dir.
00:21:02: Okay, also so ein was ist, wenn du.
00:21:04: Wenn das jetzt
00:21:04: in einen Satz zusammenfassen müsstest Was ist dein biggest Last Lern?
00:21:09: Dass Veränderungskompetenz
00:21:11: grundsätzlich förderbar ist durch den Führungsstil
00:21:15: und dass man als Führungskraft eine zentrale
00:21:19: Rolle einnimmt bei der Entwicklung der Veränderungskompetenz.
00:21:23: Und das kann man gut im Hinterkopf behalten, weil ich finde, da hat man
00:21:27: ja, da hat man, kann man viel bewirken und kann viel Gutes tun.
00:21:31: Jetzt hast du sehr gut das schon zusammengefasst,
00:21:35: was eigentlich immer meine letzte Frage oder vorletzte gemein an meine Gäste ist,
00:21:39: nämlich Was sind die größten Big Business, die du quasi den Hörerinnen
00:21:42: und Hörern auch mitgeben willst?
00:21:44: Ich kaufe mal den Punkt Veränderungskompetenz ist
00:21:47: förderbar und auch den zweiten, den du ja gerade angerissen hast.
00:21:50: Also Führungskräfte haben einfach eine zentrale Rolle.
00:21:53: Würdest du uns noch ein drittes Lessons
00:21:55: learned oder einen dritten wichtigen Punkt mitgeben an der Stelle?
00:21:59: Ja, auf jeden Fall.
00:22:00: Ähm, psychologische Sicherheit als Konzept.
00:22:02: Und dann das Konzept Selfie.
00:22:04: Der Chef
00:22:05: sind gute und entscheidende Hebel, um die Veränderungskompetenz zu stärken.
00:22:10: Also ich glaube, das würde ich gerne noch ergänzen. Als dritten Punkt.
00:22:13: Okay, dann an der Stelle lieben Dank.
00:22:16: Und was mich dann aber noch interessiert
00:22:17: bei dem, was du alles so gemacht hast, was steht als nächstes bei dir an?
00:22:21: Wirst du weiter forschen oder
00:22:23: wie bringst du auch die Punkte, die du in der Thesis
00:22:25: und in deinem Arbeitsumfeld jetzt schon hast?
00:22:27: Wie bringst du dich zusammen. Um?
00:22:29: Ja zum Thema Forschen.
00:22:30: Es juckt mich ja manchmal auch in den Fingern, den Doktor zu machen.
00:22:34: Verstehe ich total.
00:22:35: Ja, gleichzeitig auch großen Respekt
00:22:38: vor der Aufgabe und aktuell tatsächlich durch meine.
00:22:42: Ich bin jetzt seit einem Jahr selbstständig und mit Rat
00:22:46: den Fokus darauf, meine Beratertätigkeit
00:22:49: auch auszubauen und zu stärken und hab da gerade den Fokus drauf gelegt.
00:22:54: Und natürlich an die Erkenntnisse aus meiner Thesis,
00:22:57: die lass ich in meinen Workshops in meinen Trainings mit einfließen
00:23:00: und werde auch nicht müde, sie überall zu teilen, denn ich
00:23:04: glaube, dass das gute Erkenntnisse sind.
00:23:06: Ja, aber vielleicht gibt es irgendwann mal den Doktor hintendran.
00:23:09: Aber mal gucken. Wir brauchen auch ein bisschen.
00:23:12: Ja, da braucht man da noch mal Leidensfähigkeit als Kompetenz.
00:23:15: Das kann ich nicht.
00:23:17: Aber du hast ja gesagt, du stehst auf lebenslanges Lernen.
00:23:19: Insofern glaube ich,
00:23:20: ist das vielleicht auch noch mal was, was du dir gerne antun kannst.
00:23:24: Es lohnt auf jeden Fall.
00:23:25: Ja. Super.
00:23:27: Genau.
00:23:27: Und jetzt an der Stelle bleibt mir eigentlich nur noch, dir
00:23:30: vielen Dank zu sagen, dass du dir heute die Zeit genommen hast
00:23:32: und mit uns eben genau diese spannenden Einblicke in deine Thesis,
00:23:35: aber eben auch in die Erfahrungen,
00:23:37: die du damit tatsächlich
00:23:38: in deiner beruflichen Praxis machen kannst, gegeben hast.
00:23:41: Vielen, vielen Dank dafür und alles, alles Gute für deine berufliche Zukunft.
00:23:45: Toll, dass du da warst. Tschüss.
00:23:46: Danke, dass ich da sein durfte und hat mir großen Spaß gemacht.
00:23:49: Und gerne wieder.
00:23:50: Bis dann.
00:23:51: Tschüss.
00:23:51: Das freut mich zu hören. Und uns Super.
00:23:54: Und dann, liebe Hörerinnen und Hörer, bleibt mir noch zu sagen
00:23:57: Wenn euch die Themen Veränderungskompetenz und Führung
00:24:00: genauso fesseln, wie uns das gerade gefesselt hat,
00:24:02: dann schaut mal die Shownotes,
00:24:04: denn dort haben wir für euch noch weiterführende Links zusammengestellt.
00:24:08: Und wie immer gilt natürlich, wenn ihr eigene Themenvorschläge habt
00:24:11: oder vielleicht selbst einmal zu Gast sein möchtet bei mir, dann meldet euch gerne.
00:24:15: Alles Liebe und bis bald mal bei PsychKnowledge.
Neuer Kommentar